Ganzheitliche Modernisierung des Firmengeländes zur Nutzung und Gewinnung natürlicher Ressourcen

Projektstatus

Umgesetzt/Fertiggestellt

Standort

Berlin, Tempelhof-Schöneberg

Projekttypologie

Industrie und Gewerbe

Maßnahme

Dachbegrünung Regenwassernutzung Photovoltaikanlage zum ausschließlichen Eigengebrauch und Reduktion des netzbezogenen Strombedarfs

Planungsbeginn

01/2017

Grundstücksfläche

2500 qm

Versiegelte Fläche
(nach Fertigstellung)

2100 qm

An die Kanalisation
angeschlossene Fläche

2500 qm

Kurzbeschreibung

Da sich die Unternehmung durch ihre Lage angrenzend an einem Wohngebiet befindet, gilt es sich in das Quartier Benz- / Daimlerstr. möglichst homogen zu integrieren. Das Industriegebiet, in dem sich die PIEREG Druckcenter Berlin GmbH befindet, ist durch Betonflächen grundsätzlich praktisch, jedoch gänzlich unästhetisch. Durch unseren offenen Umgang mit dem Thema sollen die Anrainer den Industriebetrieb als attraktiven und engagierten Nachbarn wahrnehmen, der sich homogen ins Bild integriert.

Altes Dach Hauptgebäude

Dach neu mit Photovoltaikanlage

Eingangsbereich vor 6 Jahren

Eingangsbereich vor 2 Jahren

Eingangsbereich vor 1 Jahr

Aussenansicht vor 2 Jahren Google Streetview

Firmengelände

Projektdetails

Die PIEREG Druckcenter Berlin GmbH ist eine vollstufige Bogenakzidenzdruckerei mit 63 Mitarbeitenden. Dieses Jahr begeht die Firma ihr 20 jähriges Jubiläum.
Der grundsätzliche Anlass war die Schaffung erweiterter Produktionsräume am Standort durch einen Neubau mit Dachbegrünung. Im zweiten Schritt wurde eine vorgelagerte Lagerhalle für Halbfabrikate errichtet, ebenfalls mit Dachbegrünung zur Bodenentsiegelung. Auf dem Bestandsgebäude folgte die komplette Restauration des Daches um die Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung von Solarstrom (bis zu 40% unseres Bedarfes) zu schaffen. Das Regenwasser wurde vor diesem Zeitprunkt lediglich in die Kanalisation geleitet. Besondere Herausforderungen sind und waren die behördlichen Baugenehmigungen und die wirtschaftlich angespannte Lage. Durch die Neueindeckung des Dachs mit verschweißter Dachbahn ist es gelungen, das Regenwasser nun auf der gesamten Fläche zu binden. Zudem war ein konzeptioneller Schritt, aufgrund der remittierenden Färbung der Dachbahnen, das Raumklima in der Produktionshalle bei starker Sonneneinstrahlung zu senken. Dieser Effekt wurde durch die Verschattung der Solarpanele entsprechend gesteigert. Durch diese Maßnahmen konnte der Einsatz von Klimageräten deutlich minimiert werden!

Ziel ist es, der herausragende sozio-ökonomische Betrieb der grafischen Industrie in der Metropol Region Berlin-Brandenburg mit dem ganzheitlichsten Umweltkonzept zu werden. Durch vielfältige Kommunikationskanäle, Aufklärungsarbeit und Schulungen wollen wir unsere Philosophie an alle interessierten Parteien kommunizieren. Der sich hieraus entwickelnde Leuchtturmcharakter soll Vorbild für andere produzierende Unternehmen (egal welcher Branche) sein, sich an den Klimazielen die es zu erreichen gilt zu beteiligen. Durch die Integration nachhaltiger Umweltkonzepte soll der Standort und der Betrieb zukunftsfähig und wirtschaftlich aufgestellt werden. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber für eine junge Generation von Fachkräften sein, die ein hervorragendes und innovatives Umfeld vorfinden und sich somit mit der Unternehmung und den im Haus gefertigten Produkten identifizieren. Geplante nächste Konzepte sind die weitere Entsiegelung der Betonflächen durch Beet-Kulturen. Hierzu treten wir mit der AckerCompany GmbH im gemeinsamen Netzwerk Grüner Hirsch von Tempelhof-Schöneberg in Kontakt. Uns ist Regionalität ein Herzensanliegen! Durch die Schaffung von beispielsweise Zisternen planen wir konzeptionell Regenwasser für die Bewässerung unserer Pflanzen zu speichern. Eine aktuelle Vision ist das Schaffen eines kleinen Kräuter und Gemüsegartens auf dem Betriebsgelände. Der zu erwartende Mehrwert soll ein fokussierter Blick auf gegenwärtig umweltrelevante Themen bieten und unseren Kunden und Lieferanten visualisieren, dass die PIEREG Druckcenter Berlin GmbH sich aktiv mit den europäischen Klimazielen befasst.

Das Regenwasser wird gegenwärtig noch nicht genutzt. Lediglich unsere Pflanzen im Eingangsbereich und der Dachbegrünung partizipieren von Regentagen. Der gegenwärtige Projektstatus unterliegt zu diesem Zeitpunkt der Wirtschaftlichkeitsbetrachung und dem Bereitstellen von finanziellen Ressourcen. Geplant ist eine teilautomatisierte Bewässerung der Gartenkultur. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen können zukünftig die Basis sein weitere Konzepte abzuleiten und zu entwickeln.

Neubau Gebäude und Lagerhalle ca. 1,2 Mio. EUR
Eine Förderung der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung lag zu dem Zeitpunkt leider noch nicht vor. Gefördert wurden die Maßnahmen u.a. durch die IBB. Hauptkostentreiber waren der Bau als solches und die fachgerechte Entsorgung der Teer- und Bitumenbahnen von dem Bestandsdach. Ziel der Teilnahme an diesem Projekt ist es gezielt Förderprogramme zu ermitteln und in die zukünftigen Planungen einfließen zu lassen. Weitere Förderungen sind in die technische Ausstattung der Produktion geflossen. Ein Beispiel ist die BAFA-Förderung der zentralen Kompessorenanlage zur Gewinnung von prozessrelevanter Druckluft. Diese wird gespeist von der Solaranlage und wurde um PIAB-Systeme als Ersatz für Druck-Vakuumpumpen ergänzt. Diese Technologie ist gänzlich verschleißfrei, benötigt keinen Strom, kein Schmiermittel und erzeugt anstatt Wärme nicht statische Kälte.

Die Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Folgen der menschgeschaffenen Klimakrise ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unternehmen wie wir nehmen diese Verantwortung an und versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, unseren direkten Beitrag zu leisten. Die natürliche Ressource Regenwasser lediglich abzuleiten begreifen wir als Verschwendung, die es zu verhindern gilt.

Das Projekt als solches ist ein kontinuierlicher Prozess der Optimierung und Verbesserung. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sind viele kleine Investitionen geplant, um unser Umweltkonzept voran zu bringen.