Berlins erstes naturschutzrechtliches Ökokonto
Projektstatus
Umgesetzt/FertiggestelltStandort
Berlin, Tempelhof-SchönebergProjekttypologie
Bildungs-‚ Kultur- und Gesundheitseinrichtungen Grün- und FreizeitanlagenMaßnahme
Entsiegelung oder teildurchlässige FlächenbefestigungPlanungsbeginn
09/2021Fertigstellung
03/2023Grundstücksfläche
44.000 qmVersiegelte Fläche
(nach Fertigstellung)
25.000 qm
Kurzbeschreibung
Wo neue Gebäude entstehen, müssen häufig Flächen versiegelt werden. Damit trotzdem Natur erhalten bleibt, gleicht die BIM solche Eingriffe durch Kompensationsmaßnahmen aus – wie am Diedersdorfer Weg, dem ersten Ökokonto der BIM.
Ehemalige Gewächshäuser
Ausgangszustand
Abrissmaßnahme
Anpflanzung Bäume
Frischwiese
Übergang Trockenrasen zur Frischwiese
Projektdetails
- Die BIM wurde von SenInnDS mit dem Neubau mehrerer Wachen für die Freiwillige Feuerwehr beauftragt
- U.a. aus einsatztaktischen Gründen wurden einige der Wachen im planungsrechtlichen Außenbereich errichtet und verursachen somit einen Eingriff in Natur und Landschaft und sind naturschutzrechtlich zu kompensieren
- Neben Bauflächen mangelt es in Berlin auch an geeigneten Flächen zur Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen
- Die ehemalige Bezirksgärtnerei Tempelhof-Schöneberg konnte schließlich, als geeignete Kompensationsfläche identifiziert werden, da sie seit 2007 leer stand, stark ruinös war und keine alternative wirtschaftliche Nachnutzung abzusehen war
- Die ehemalige Bezirksgärtnerei wies zum Umsetzungsbeginn ca. 25.000 m² vollversiegelte Fläche auf. Zusätzlich befanden sich 9 Gewächshäuser und 5 Massivbauten auf dem Areal
- Während der Umsetzung gab es einen Kampfmittelverdachtsfall, welcher nach Untersuchung negativ ausgeräumt werden konnte
- Die ehemalige Bezirksgärtnerei verursachte für das Land Berlin nur Kosten, da der ursprüngliche Nutzungszweck entfallen war
- Die Fläche bot aufgrund des hohen Versiegelungsgrades ideale Voraussetzungen für eine ökologische Aufwertung
- Ziel: Renaturierung statt Zerfall und die Entwicklung des ersten naturschutzrechtlichen Ökokontos Berlin
- Durch die Umsetzung des Ökokontos sind Mehrwerte für die Biotop- und Artenvielfalt entstanden, ebenso wie für den Menschen, beispielsweise durch die Integration von Bildungsmöglichkeiten (auch in Kooperation mit dem ansässigen Naturwacht Verein e.V.)
- Entsieglung von 25.000 m² Fläche und Schaffung neuer Lebensräume mit 60 Bäumen, über 450 Sträuchern, 14.000 m² Frischwiese und 16.000 m² Trockenrasen
- Alte Gebäude wurden abgerissen, versiegelte Flächen zurückgebaut und neuer fruchtbarer Boden verteilt
Herausforderungen:
- Da es das erste Ökokonto für die BIM war, gab es keine Fachkenntnisse im Unternehmen zum Thema Biotop- und Artenschutz
- Notwendigkeit eines neuen Genehmigungsverfahrens, welches in enger Zusammenarbeit mit der Oberen Naturschutzbehörde und dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg aufgestellt wurde
- Ausbau interner Expertisen für Pflege und Entwicklung renaturierter Flächen
- Zusätzliche Herausforderung aufgrund des Artenschutzes durch Fledermäuse, Brutvögel und Zauneidechsen
- Durch frühzeitiges Handeln und Kooperation mit starken Partnern, wie der Naturwacht Berlin e.V. konnten hochwertige Lebensräume für Arten geschaffen werden
- Risiko bewusst eingegangen mit unternehmerischen Mut – “Trau dich, sonst macht es jemand anderes”
- Wesentliche Kostentreiber sind der Abriss selbst sowie die 25-jährige Pflegeverpflichtung
- Förderprogramme durften aufgrund der Genehmigungslage eines Ökokontos nicht in Anspruch genommen werden
- Erstes naturschutzrechtliches Ökokonto in Berlin
- Nachhaltige Nutzung einer brachliegenden Fläche durch die Umwandlung der ehemaligen Bezirksgärtnerei mit hohem Versiegelungsgrad in eine ökologisch wertvolle Fläche
- Projekt steht für Weitsicht, Innovation und nachhaltige Unternehmensausrichtung
Ansprechpartner:innen
Tim Lührmann
Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
Senior Portfoliomanager
+49 (30) 90166-1997
Sina Wenzel
Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
Portfoliomanagerin
+49 (30) 90166-1528