Landschaft planen+bauen Berlin
Grundstücksübergreifende Entwässerung Grünanlage am Ellernweg
Projektstatus
Umgesetzt/FertiggestelltStandort
Berlin, Treptow-KöpenickProjekttypologie
Geschosswohnungsbau Grün- und FreizeitanlagenMaßnahme
Regenwassernutzung Urban Wetlands‚ Verdunstungsbeete oder künstliche Wasserflächen VersickerungPlanungsbeginn
11/2022Fertigstellung
05/2026Grundstücksfläche
8.250 qmKurzbeschreibung
Grundstücksübergreifende Entwässerung von Dachflächen der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft in eine öffentliche Grünanlage zur Verbesserung der Wasserversorgung der Parkvegetation.
Projektgebiet kurz nach Herstellung der Muldenrinnen
Regenfallrohr mit Bogen und Anfang der Muldenrinne
Überleitung des Regenwassers in Richtung Kirschbaum
Zustand vor Umsetzung der Maßnahme
Streuobstwiese in der öffentlichen Grünanlage
Projektdetails
Anlass:
Das Projekt wurde im Ergebnis des bezirklichen Biodiversitätskonzepts entwickelt. Die Grünanlage am Ellernweg ist eine von 35 sog. “Fokusflächen” des Biodiversitätskonzepts.
Rahmenbedingungen:
Die “Geberfläche” befindet sich in Privatbesitz (STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft), während die “Nehmerfläche” zum Fachvermögen des Straßen- und Grünflächenamts Treptow-Köpenick gehört. Die Grünanlage wird in großen Teilen von einer Streuobstwiese eingenommen.
Herausforderungen:
Notwendigkeit der Regelung einer grundstücksübergreifenden Entwässerung.
Das Projektgebiet befindet sich innerhalb der Schutzzone II des Wasserschutzgebiets Johannisthal.
- Abkopplung von 450 m² Wohngebäude-Dachflächen
- Entlastung der Regenwasser-Kanalisation
- Überleitung des anfallenden Regenwassers in die benachbarte öffentliche Grünanlage und Aufwertung des dortigen Wasserhaushalts, also Erhöhung der Grundwasserneubildung und Verbesserung der Wasserversorgung der Parkvegetation dadurch auch Verbesserung des Mikroklimas und Steigerung der Biodiversität
- Überleitung des Regenwassers anhand von sieben offenen Muldenrinnen in die Grünanlage
- Rasenkammersteine als Kolkschutz am Ende der Rinnen, Versickerung des Wassers in den angrenzenden Wiesenbereichen
Herausforderungen:
- Nachweis, dass das übergeleitete Wasser schadstofffrei ist und somit unbedenklich versickert werden kann -> das Wasser wurde beprobt, die Wasserqualität wurde von der Wasserbehörde als unkritisch bewertet.
- Vermeidung einer Vernässung der Stammfüße der vorhandenen Obstbäume -> das Ende der Rinnen weist einen Abstand von mindestens 4 Metern zu den Stämmen der Obstbäume auf.
- Keine Erhöhung des Pflegeaufwands -> die Rinnen sowie die Rasenkammersteine sind mit Rasenmähern überfahrbar, so dass sich kein Mehraufwand im Vergleich zur bisherigen Pflege ergibt.
Baukosten: 28.000 Euro (brutto)
Finanzierung der Baumaßnahme über Ausgleichsmittel der Untere Naturschutzbehörde Treptow-Köpenick.
Bereitstellung der Mittel an die Vorhabenträgerin, hier das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt.
Die Kosten für die Unterhaltung ändern sich infolge der Projektumsetzung nicht.
- Grundstücksübergreifende Entwässerungslösung von einer Privatfläche (STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft) in eine öffentliche Grünfläche (Fachvermögen Grün des Bezirks Treptow-Köpenick).
- Diese musste vertraglich geregelt werden. Hierfür wurde das Vertragsmuster der SenMVKU-Studie “Grundstücksübergreifende Lösungen zur Regenwasserbewirtschaftung” genutzt.
- Nachweis der stofflichen Eignung des Regenwassers für eine Versickerung innerhalb der WSG-Zone II.
Ansprechpartner:in
Uli Christmann
Büro Landschaft planen+bauen Berlin
Geschäftsführer