Gartenneuanlage Villa Niklas

Projektstatus

Umgesetzt/Fertiggestellt

Standort

Berlin, Steglitz-Zehlendorf

Projekttypologie

Ein-‚ Zweifamilien- oder Reihenhaus

Maßnahme

Dachbegrünung Regenwassernutzung Versickerung Photovoltaik zur Stromversorgung, Einbau wasserhaltender Substrate

Planungsbeginn

01/2022

Fertigstellung

02/2024

Grundstücksfläche

2138 qm

Versiegelte Fläche
(nach Fertigstellung)

948 qm

Wohneinheiten

1

Kurzbeschreibung

Planung und Bau einer komplexen Ent- und Bewässerungsanlage im Zuge einer Gartenneuanlge in Berlin Dahlem

Blick in den Westgarten vor der Baumaßnahme

Blick in den Südgarten vor der Baumaßnahme

Einbau der Zisternen

Blick in den fertigen Senkgarten

Blick in den Westgarten kurz nach der Pflanzung

Blick in den Südgarten kurz nach der Pflanzung

Blick von der Hausecke in den Westgarten

Projektdetails

  • Gartenneuanlage, Privatgarten, Fläche ca. 1.800 m², Altgebäude Villa 1925, mehrfach umgebaut. Ab 2020 komplette Sanierung und Erweiterung
  • Die Planung der Entwässerung der befestigten Flächen und Dachflächen wurde vergessen und fiel uns erst bei Beginn der Freiraumplanung auf. Bis dahin war dieser Teil eigentlich im Leistungsbild des Architekten.
  •  Es gab einige Zisternen und Versickerungsschächte auf dem Grundstück, jedoch kein nachvollziehbares Konzept. Leitungspläne lagen nicht vor. Auf dem Gelände befanden sich massive Fundamentreste ehemals vorhandener Gebäude oder sonstiger Bauten. Der Umfang der noch vorhandenen Gebäude ist nach wie vor unbekannt.
  •  Ziel war es, das auf allen befestigten Flächen anfallende Regenwasser weitgehend aufzunehmen und zu nutzen
  • Aufnehmen des Regenwassers von allen befestigten Flächen, Nutzung des gespeicherten Wassers in Zisternen für die Gartenbewässerung, bei Überschreitung der Zisternenkapazitäten bei Jahrhundertregeereignissen überleiten des Überschusswassers in Versickerungsanlagen und Versickerung des Überschusswassers auf dem Gelände. Beitrag zur Erhöhung des Grundwasserpegels. Alternativ Verwendung des Überschusswassers als Betriebswasser im Gebäudebereich.
  • Vermeidung von Wasserverschwendung, Versorgung der Vegetation, Kosteneinsparung Abwasserabgabe, Nutzung der Dachbegrünung für Anstaubewässerung. Abkühlung der Nebengebäude und der unmittelbaren Umgebung.
  • Aufnahme des auf den befestigten Flächen anfallenden Regenwassers. Leitung des Regenwassers über Fallrohre oder im Erdreich eingebauter Entwässerungsleitungen.
  • Ausstattung der Nebengebäude (Carport, Fahrradhaus und Gartenhaus) mit einer Dachbegrünung. Einbau einer Anstaubewässerung im Dachaufbau. Ableitung des Überlaufwassers in das Entwässerungs- bzw. Zisternensystems.
  • Einleitung des Regenwassers in vier Zisternen
  • Einbau von vier Hauswasserwerken, je eine je Zisterne für die Füllstandskontrolle und Einspeisung in die BWA.
  • Einbau von drei Versickerungsanlagen zur Aufnahme von Überschusswasser im Fall von anhaltenden Starkregenereignissen. Vorhalten von zusätzlichen Volumenreserven bei ungewöhnlich starken Regen- oder Unwetterereignissen.
  • Installation von Saugpumpen mit Feinfiltereinrichtungen für die Einspeisung in die BWA. Sicherheitsabschaltung für den Fall von zu niedrigen Füllständen. Installation einer automatischen Nachspeisung mit Frischwasser bei zu niedrigen Füllstand über einen längeren Zeitraum in jeder Zisterne.
  • Steuerung der gesamten Anlage über eine im Gebäude untergebrachte KNX-Bus-Steuerung, Anschluss einer Wetterstation, um unnötige Bewässerungseinsätze zu vermeiden.
  • Zisterne im Senkgarten. Hier wird nicht nur das Oberflächenwasser sondern auch das Regenwasser einer großen Dachfläche aufgenommen. Im Starkregenfall kommen hier bis zu 8.000 Liter Wasser zusammen. Die Zisterne ist aufgrund der baulichen und standörtlichen Voraussetzungen nur in der Lage, bis zu 1.000 Liter Waser aufzunehmen. Für die Weiterleitung des Regenwassers in eine weitere, höher gelegene Zisterne mit einem Volumen von 9.500 Litern wurde ein redundantes Pumpenwerk (Hebestation) installiert. Neben der herkömmlichen Stromversorgung sind neugebaute Nebenanlagen wie z.B. ein Carport (A=36 m²), ein Fahrradhaus (A=6 m²), ein Gartenhaus (A=10 m²) sowie Teile des Süddaches mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und sichern die Funktion der Hebeanlage ab, sollte der Strom ausfallen.
  • Die Einrichtung der elektronischen Steuerung war aufwändig aufgrund weiterer Funktionen der Gebäudeversorgung.
  • Die Kosten für den Einbau der Wasserspeicher- und Versickerungsanlage liegen bei ca. 100.000€ netto
  • Die Kosten für den Einbau der BWA liegen bei ca. 30.000 €
  • Die Kosten für die Begrünung der Nebengebäude liegen bei ca. 7.000 €
  • Die Wartungskosten im Jahr liegen bei ca. 1.000 €
  • Die Integration vorhandener Versickerungssysteme ohne Kenntnis der genauen Lage im Gelände und deren Kapazitäten. Erhöhter Planungsaufwand.
  • Es waren umfangreiche und langwierige Erdbauarbeiten erforderlich, die aufgrund der schon genannten Verhältnisse im Untergrund erschwert waren. Das Grundstück befindet sich zusätzlich auf einer starken Lehmschicht.
  • Wurzelbereiche mussten geschützt werden, so dass die Erdarbeiten teilweise in Handarbeit ausgeführt werden mussten.
  • Finanzierung erfolgte privat

Der ganzheitliche Ansatz, das ganze anfallende Regenwasser sinnvoll zu nutzen und den Überschuss gezielt zur Versickerung zu bringen.