Hämmerlingstraße 132

Projektstatus

in Planung oder Bau

Standort

Berlin, Treptow-Köpenick

Projekttypologie

Ein-‚ Zweifamilien- oder Reihenhaus Geschosswohnungsbau

Maßnahme

Dachbegrünung Entsiegelung oder teildurchlässige Flächenbefestigung Versickerung

Planungsbeginn

2020

Fertigstellung

2025

Grundstücksfläche

5.756 qm

Versiegelte Fläche
(nach Fertigstellung)

2.567,32 qm

Wohneinheiten

120

Kurzbeschreibung

In einem Wohngebiet wird ein vollversiegeltes, untypisch genutztes Grundstück für verschiedene Wohnformen gewonnen und gleichzeitig durch Entsiegelung ökologisch aufgewertet, nicht nur zum Wohle der neuen Bewohner, sondern des gesamten Quartiers.

Straßenperspektive Kreuzung Annenallee / Hämmerlingstraße

Hauseingang mit Vorgarten

Reihenhaus im Gartenhof

Straßenperspektive Annenallee

Projektdetails

Eine gewerbliche genutzte, vollversiegelte Fläche, inmitten eines gewachsenen Wohnquartiers im Bezirk Köpenick sollte durch eine Wohnbebauung nachverdichtet werden.
Die planerischen Rahmenbedingungen sahen bei Planungsbeginn bereits vor, dass eine Einleitung von Regenwasser in Kanalnetz nicht mehr stattfinden darf und folglich alles Regenwasser vor Ort bewirtschaftet werden muss.

Ziel war es einen ansprechenden Wohnungsbau zu erschaffen, der sich in seiner Formensprache und Typologie in die bestehende Bebauung einfügt. Hierfür wurden neben fünf Gebäuden in geschlossener Bauweise als Blockrand außerdem drei Häuser im Inneren des Blocks als Reihenhäuser geplant.
Für die Regenwasserbewirtschaftung galt, den Anforderungen gerecht zu werden, ohne überkomplexe oder anfällige oder wartungsintensive Technik verbauen zu müssen und generell ein nachhaltig bewirtschaftbares Gebäude zu errichten.
Durch die dezentrale Bewirtschaftung mittels Rigolen und Retentionsboxen sollte außerdem ein besseres Mikroklima entstehen und die Vegetation (Vorgärten, Außenanlagen und Grünflächen im Hof) mit Wasser versorgt werden.

Das anfallende Regenwasser wird über extensiv begrünten Dächern mit Retentionsboxen in eine Drainlage / Retentionsschicht über der Tiefgarage in den Hof zu einer Rigole abgeleitet.
Der Bauherr legte Wert auf eine ausreichende Gefälleausbildung in Teilen oberhalb der Tiefgaragendecke, damit es hier nicht zu einer dauerhaft stehenden Nässe kommen kann, welche langfristig dem Bauwerk schaden würde. Gleichzeitig musste die Rigole entsprechend der erwarteten Niederschläge optimiert werden, um nicht überdimensioniert zu sein.

Zu den Investitions- und Betriebskosten liegen uns keine Angaben vor. Gleiches gilt für die Förderprogramme und Fördersummen zur Regenwasserbewirtschaftung.
Komplex für die Planung gestalteten sich die unterschiedlichen Anforderungen bezüglich der Kosteneffizienz der Bauteile, die notwendigen Bauhöhen für die Barrierefreiheit und den physikalischen Bedingungen der Entwässerung. Dies erforderte aufwendigere Detaillösungen bereits im Rohbau, die planerisch umfangreicher waren, als herkömmliche Standardlösungen.
Zusätzlich mussten für die Zuleitungen der Rigole aufwendigere Planungen vorgenommen werden und mehr Revisionsschächte geplant werden.

Das Projekt stellt eine klassische Bauaufgabe in Berlin dar, da auf einem vollversiegelten Grundstück eine Nachverdichtung stattgefunden hat. Durch die Entsiegelung des Grundstücks und Abkopplung vom Regenwasserkanalnetz, wird nicht nur das Mikroklima verbessert, sondern das bestehende Kanalnetz wird dauerhaft entlastet. Trotz der relativ hohen Dichte der Neubauten ist es aber gelungen alles Regenwasser vor Ort zu bewirtschaften und so direkt wieder in den natürlichen Kreislauf einzuspeisen. Das Projekt ist dabei technisch überraschend reduziert, hocheffizient und damit im besten Sinne nachhaltig.