Internationale Gartenausstellung 2017

Projektstatus

Umgesetzt/Fertiggestellt

Standort

Berlin, Marzahn-Hellersdorf

Projekttypologie

Grün- und Freizeitanlagen

Maßnahme

Entsiegelung oder teildurchlässige Flächenbefestigung Versickerung Baumrigole

Planungsbeginn

2016

Fertigstellung

2017

Versiegelte Fläche
(nach Fertigstellung)

500 qm

Kurzbeschreibung

Die Baumrigole der IGA Berlin 2017 war die erste Anlage in Deutschland, bei der nach den Dimensionierungsvorgaben der DWA-A 138 eine Baumgrube geplant wurde. 500 m² Platzfläche als gebundene Wegedecke, sowie der Notüberlauf der Dachbegrünung der angrenzenden Seilbahnstation werden ober- und unterirdisch dem System zugeführt. Die Flächen sind nicht verkehrlich belastet (nur Feuerwehrzufahrt und Zulieferung).

Baumrigole in den Gärten der Welt, Ansicht nach einem Jahr Standzeit

3D-Visualisierung der Baumrigole

Herstellung der Baumrigole Einbau der Rahmenkonstruktion

Projektdetails

  • Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017 in den Erweiterungsflächen der Gärten der Welt
  • Dezentrale Bewirtschaftung aller Flächen unter Einhaltung einer Drosselbeschränkung für den Marzahn-Hellersdorfer Grenzgraben
  • Ungünstige Sickerverhältnisse aufgrund bindiger Böden
  • Platzsituation mit hohen Flächenkonkurrenzen

Unter beengten Platzverhältnissen sollte sowohl das Regenwasser der Vorplatzflächen für die Seilbahnstation (Eingangsbereich IGA), als auch ein möglicher zukünftiger Multifunktionsbau bewirtschaftet werden.

Das Wasser der Platzfläche (wassergebundene Deckschicht) wird über eine linienhafte Versickerung (Kies über Sand) gefiltert und der Baumrigole unterirdisch zugeleitet. Innerhalb der Pflanzfläche existiert ein horizontales Verteilsystem (DN 150). Oberflächiger Abfluss kann über die offene Baumscheibe einsickern. Der Rohranschluss soll perspektivisch auch das angrenzende Multifunktionsgebäude entwässern. Dieses existiert jedoch noch nicht (Stand 2022). Trotz der bindigen Böden existiert kein Überlauf. Es wurden große Versickerungs- und Retentionsbereiche geplant und gebaut, die somit ein zusätzlicher durchwurzelbarer Bereich sind. Es wurden sowohl die Dimensionierungsanforderungen der DWA, als auch der FLL erfüllt.

Die Baumrigole wurde in einem sehr kurzen Zeitfenster geplant, genehmigt und umgesetzt. Vor dem Hintergrund damals bestehender Unsicherheiten hatte man eine Bauweise mit einem Betonkastenprofil inkl. Bodenwanne gewählt. Auf diese Weise sollte vor allem die winterliche Bauzeit verkürzt werden. Dieses Betonelement ist eine der Hauptpositionen der Investitionskosten. Dies Gesamtkosten lagen (Stand 2016) bei 45.000 Euro Netto.

Die Baumrigole der IGA Berlin 2017 war die erste Anlage in Deutschland, bei der nach den Dimensionierungsvorgaben der DWA-A 138 eine Baumgrube geplant wurde. Es handelt sich somit rechtlich um eine wasserwirtschaftliche Anlage und nicht um eine Baumpflanzung. Auch wurde hier zum ersten Mal in Deutschland das Konzept einer unterirdischen Bodenwanne umgesetzt. Sie hat für die Implementation von wassersensibler Stadtentwicklung in Deutschland daher eine besonderen Stellenwert. Aufgrund des Pilotcharakters wurde die Anlage über 3 Jahre einem Monitoring unterzogen (ZIM-Projekt “TREEDRAIN”). Für die Planungen von Baumrigolen, v.a. auf der IGA Berlin 2017, wurde die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH für den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2019 nomminiert.

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